10 Anzeichen für ADHS, die sich schon im Säuglingsalter zeigen
- jasminmsh
- 17. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Jasmin Hennig, 17. Januar 2026
Viele Kinder und Jugendliche erhalten erst nach jahrelangem Leidensdruck, Klassenkonferenzen, gescheiterten Freundschaften, ständiger Anspannung und verpassten Chancen eine ADHS-Diagnose. Schaut man sich die frühe Kindheit dieser Menschen an, merkt man schnell: Eigentlich hätte man schon viel früher Verdachtsdiagnosen stellen, Begleiterkrankungen verhindern und ganze Leben retten können. Im Vergleich zur normalen Entwicklung bewegen sich Menschen mit ADHS stets in einem von der Norm abweichenden Extrem.

Viele Anzeichen sind nach Neuhaus, C. (2023), bereits im Säuglingsalter zu beobachten:
Stabile Kopfkontrolle
Kinder ohne ADHS entwickeln zwischen dem 4. und 6. Monat eine stabile Kopfkontrolle. Kinder mit ADHS heben ihren Kopf aus der Bauchlage zum Teil schon ab dem 4. Lebenstag und in der Regel bereits auffallend stabil mit zwei bis drei Monaten.
Reizoffenheit und Anspannung
Zahlreiche Kinder mit ADHS reißen bereits direkt nach der Geburt die Augen auf und vergießen viele Tränen. In den ersten drei Monaten sind sie meist recht unruhig. Viele krümmen sich beim Schreien sehr stark nach hinten, ihre gesamte Muskulatur ist dabei sehr angespannt. Viele trinken sehr gierig, schlucken dabei viel Luft und spucken anschließend. Viele Kinder kommen nur in Bewegung oder an der Brust zur Ruhe.
Hohe Sensibilität
Viele zeigen eine hohe Sensibilität gegenüber Kälte, beim Baden, Eincremen, gegenüber bestimmten Konsistenzen sowie eine Aversion gegen bestimmte Fasern oder Schildchen in ihrer Kleidung.
Unruhiger Babyschlaf
Der Schlaf ist oft unruhig; diese Kinder wachen häufig auf und benötigen viel Begleitung, um wieder in den Schlaf zu finden.
Fremdeln
Säuglinge mit ADHS wirken oft besonders zugewandt, aufgeweckt und fröhlich. Viele fremdeln kaum oder gar nicht, andere wiederum besonders stark und anhaltend, bis hin zur Fixierung auf ein bis zwei Bezugspersonen.
Gefühlsstärke
Wut, Trauer und Frustration werden besonders intensiv gefühlt und äußern sich regelmäßig in lautem Geschrei, Gefühlsausbrüchen auf dem Boden und tief erlebter Not.
Seismographisches Lesen von Stimmungen
Auffällig ist, dass Kinder mit ADHS die Gemütszustände ihrer Bezugspersonen seismographisch lesen und sich von deren Stimmung „anstecken lassen“.
Frühes Laufen
Einige Kinder mit ADHS beginnen schon deutlich vor dem ersten Lebensjahr zu laufen, rennen viel, klettern auf Gegenstände und verletzen sich sehr häufig.
Ausdrucksstarke Mimik
Viele Säuglinge mit ADHS beeindrucken schon früh durch ihre ausdrucksstarken und sich rasch verändernden Gesichtsbewegungen.
Frühes Sprechen
Drei Viertel der Kinder sprechen sehr früh mit ausgeprägtem Wortschatz. Ein Viertel beginnt sehr spät zu sprechen; einige zeigen später auch Sprachentwicklungsauffälligkeiten.
Meines Erachtens ist es fatal, dass viele Kinderärzte, Erzieherinnen und Lehrkräfte unzureichend zum Thema ADHS fortgebildet werden und sich deshalb nicht trauen, einen ADHS-Verdacht auch nur in den Mund zu nehmen. Diese Versorgungslücke stellt sich für viele Familien als extrem tragisch heraus, da sie frühe Hilfsangebote verhindert.
Der Preis für eine unerkannte ADHS (und damit einem unentdeckten Dopamin- und Noradrenalinungleichgewicht) ist oftmals ein Leben inmitten von unglaublich viel Erschöpfung und Stress, chronischen Kiefer-/ oder Rückenschmerzen, häufigen Entzündungen, Impulsivität, Mahnungen, Enttäuschungen, Mediensucht, Selbstzweifeln, Alkoholsucht, Drogenkonsum, Verschuldung, Übergewicht, Essstörungen, Angststörungen, Spielsucht, Zwangsstörungen, impulsivem Fahr- und Sexualverhalten oder gar Suizidalität.
Bitte schaut genau hin.
Quelle:
Neuhaus, C. (2023): ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Symptome, Ursachen, Diagnose und Behandlung. Kohlhammer, Stuttgart.



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