ADHS - Die drei Subtypen
- jasminmsh
- 28. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 7 Tagen
Jasmin Hennig 15. November 2025 über ADHS und die drei Ausprägungen
Neurowissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass ADHS eine besondere neurobiologische Funktionsweise ist. Diese ist auf ein Ungleichgewicht der Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin zurückzuführen. Dopamin fungiert im Gehirn als Motor für Motivation, Aufmerksamkeit und Belohnung. Noradrenalin benötigen wir für ,,Wachheit" und die Fähigkeit, unsere Körperfunktionen in stressigen oder bedrohlichen Situationen anzupassen.
Der Neurotransmitter leitet Stresssignale besonders schnell zum Gehirn und regt die Bildung und Freisetzung von Adrenalin über eine Aktivitätssteigerung des Sympathikus an. Folge daraus ist eine erhöhte Aufmerksamkeit - was dazu führt, dass wir in stressigen Situationen schnell handeln. Ein Ungleichgewicht bei Dopamin und Noradrenalin führt dazu, dass Emotionen, Aufmerksamkeit und die Handlungen anders gesteuert und reguliert werden.
Man unterscheidet ADHS in drei Subtypen:

ADHS I: Die hypoaktive Ausprägung (früher ADS genannt)
Konzentrationsschwierigkeiten oder auffallend intensive Konzentrationsfähigkeit abhängig vom Interesse
Ideenreichtum, Feinfühligkeit, im Moment lebend
Vergesslichkeit z.B. bei Hausaufgaben/Schlüssel/auf Nachrichten antworten
Zeitblindheit: häufiges Zuspätkommen, Bus verpassen
Zurückhaltung im Unterricht
Soziale Besonderheiten durch: hohe Beobachtungsgabe, viel Bedürfnis nach Rückzug zur Verarbeitung, hohe Sensibilität
Lern- und Teilleistungsstörungen häufiger
Lese-Rechtschreibschwäche
Dyskalkulie (Rechenschwäche)
häufiger Allergien, Reizdarm durch besonders hohe Cortisolreaktion auf akuten Stress
ca. 35 % der ADHS-diagnostizierten Kinder und Jugendlichen haben diese Ausprägung
ADHS HI: Die hyperaktive Ausprägung
deutliche Ausprägung von
Ausdrucksstärke, Energie, viele Gedanken gleichzeitig im Kopf haben
Impulsivität: Reinrufen ohne Meldung, (Kauf-)entscheidungen sofort fällen müssen, Unfähigkeit im Streit unüberlegte Worte zurückzuhalten
hohe Motivation, Begeisterungsfähigkeit, häufig intensive und überdurchschnittliche Konzentration bei Interesse
wenig Unaufmerksamkeit
Soziale Konflikte durch: hohes Autonomiebedürfnis, starken Selbstschutz, Willensstärke, starke Gefühle, direkte, unüberlegte Wortwahl/Reaktionen, schnell/viel Reden
Abgeflachte Cortisolreaktion auf akuten Stress führt u. A. zu Reizbarkeit, Sensibilität auf sensorische Reize, atypischer Depression, häufigen Entzündungen und chronischen Schmerzen.
ca. 30 % der ADHS-diagnostizierten Kinder und Jugendlichen haben diese Ausprägung
ADHS C: Der Mischtyp
vereint hyperaktive und hypoaktive Merkmale
ca. 35 % der ADHS-diagnostizierten Kinder und Jugendlichen haben diese Ausprägung
Etwa 50 Prozent der ADHS-neurodivergenten Menschen erfüllen auch die Kriterien für eine Autismus-Diagnose. 80 Prozent der Autisten sind auch ADHS-neurodivergent. Ein gemeinsames Auftreten von zwei oder drei Arten der Neurodivergenz (wie z.B. eine ADHS-Autismus Kombination oder eine AuDHS mit Hochbegabung) kann dazu führen, dass sich die ADHS-, Autismus- und Hochbegabungsmerkmale gegenseitig verstecken und nach außen ,, unsichtbar" werden.
Dies bedeutet leider nicht unbedingt, dass der Leidensdruck für diese Personen sinkt, sondern nur, dass eine Diagnosestellung erschwert wird, Hilfsangebote verwehrt bleiben und oftmals Begleiterkrankungen (wie z.B. chronische Schmerzen, Entzündungen, Burnout, Depressionen, Essstörungen, Angststörungen, Alkoholsucht, Drogensucht) die unerkannte Neurodivergenz zusätzlich überlagern.



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